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GF Sportful - Back to Manghen "aufgeben tut man nur einen Brief bei der Post"

Bereits 2014 haben wir an diesem super Radmarathon im italienischen Feltre teilgenommen. Daher war auch die Vorfreude entsprechend hoch mit weiteren 45000 Startern auf die anspruchsvolle aber wunderschöne Strecke zu gehen. Sonntag Punkt 07:00 Uhr viel der Startschuss,von dem wir leider eine ganze Weile nichts mitbekommen hatten, denn im Gegensatz zu 2014, mussten wir beide vom letzten Startblock starten (Sibylle durfte 2014 vorne starten). Somit begann der Radtag mit viel Stau und zäh fließendem Verkehr. Alleine bis wir zur Ortsausfahrt von Feltre sind wir 5min nur gestanden. Das nervte schon, da im Hinterkopf ja immer ein bisschen die Uhr tickt. Die folgenden 17km bis zum ersten Anstieg auf dem Cima Campo liefen einigermaßen flüssig. Kaum in den Berg eingefahren - Stau. Immer wieder ein Wechsel von Stillstand und Beschleunigung. Einen eigenen Rhythmus auf dem 18km langen Berg zu finden war unmöglich. Schon ein wenig entnervt kamen wir zusammen oben an und flogen in die erste Abfahrt. Danach trennten sich unsere Wege. Sibylle wollte wie 2014 den Medio Fondo fahren. Ich hingegen wollte es mir beim Gran Fondo mit 205km und 5000Hm heute mal so richtig geben. 


 

Somit stand für mich gleich der nächste und schwerste Anstieg auf dem Programm, der Passo Manghen. Ich wusste genau was mich erwartet, schließlich kannte ich den Berg von zahlreichen Befahrungen von unseren Kill the Hill Wochenenden in Levico. Doch schon nach wenigen Kilometern merkte ich das meine Beine heute nicht die besten sein sind. Aber egal ich hab genug Körner um die Restlichen 140km und 3500hm zu meistern, dachte ich zumindest. Schon ziemlich entkräftet erreichte ich den Passo Manghen und krachte in einer 20 Mann Gruppe die Abfahrt runter. Unten in Molina angekommen, machten die Jungs auf dem folgendem Flachstück Richtung Passo Rolle ordentlich Betrieb. Normalerweise mein Steckenpferd. Auf den folgenden immer steiler werden Kilometern zog es mir endgültig den Stecker raus. Ich brachte auf langen 10km kaum noch die Kurbel rum und kam völlig entkräftet und demotiviert an der Verpflegung in Bellamonte an. Noch 80km und 2000hm. Keine Chance ich wollte für mich untypisch aufgeben. Ich setze mich auf eine Bank und verpflegte sehr lange mit Cola, Obst und Kuchen. Die Leute sagten mir das oben am Passo Rolle der Bus steht. Noch 14km - "die packe ich noch und dann ist Feierabend". Also rauf auf den Bock und gleich wieder Krampf. Doch wie durch ein Wunder lief es danach mit jedem Kilometer besser. Geht da noch was? Am Passo Rolle angekommen, fühlte ich mich wieder weites gehend fit genug um die restlichen 80km noch zu fahren. Zu allem Überfluss, fing es am Pass jedoch an zu regnen was sich bis in Ziel nicht mehr ändern sollte. Und so folgte eine kalte, nasse 40km lange Abfahrt zum Schluss Anstieg hinauf zum Croce D Aune. Das Ding ist im oberen Teil ziemlich steil und tat wie 2014 somit auch ziemlich weh. Aber mit dem Ziel vor Augen war er dann verglichen mit dem Rest des Tages ein Kinderspiel. Nach 8:30 Std erreichte ich dann schließlich völlig erschöpft aber stolz das Ziel in Felte. Aufgeben tut man schließlich nur einen Brief bei der Post. Sibylle hingegen kam trocken über die Runde und brannte mit 5:10 Std. und Platz 07 noch eine super Zeit auf die Straße und war daher auch super zufrieden damit. Schließlich war sie trotz der "Stau Problematik" um einiges Schneller als 2014.

Fazit: ein schweres aber total intensives Radsport Wochenende mit allem was dazugehört.

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