Dolomiten Rundfahrt 2018

Sibylle gewinnt Dolomiten Rundfahrt in ihrer Altersklasse und wird zweite Gesamt

In Lienz setzt sich eine abermals sehr erfolgreiche Saison für Sibylle fort. Auf der klassischen Runde mit 112km und 1870hm konnte sie sich mit einer sehr schnellen Fahrzeit von 3:29 Std. (32,0 km/h) als Siegerin in der Damen Hauptklasse feiern lassen. 

Super Giro Dolomit in Lienz

Auf ein sehr hartes Stück Arbeit lässt man sich beim Super Giro Dolomiti in Lienz ein. Dieser ist meiner Meinung hinsichtlich des Profils und der harten Anstiege der schwerste Marathon welcher momentan in Österreich und Italien auf dem Markt ist. Dies spiegelt sich auch in dem sehr selektiven Startfeld von 500 Fahrern wieder. 

Da ich bereits letztes Jahr dieses Ding unter die Räder genommen habe, wusste ich genau was auf mich zukommt und hab mir einen Plan zurechtgelegt...aber wie so oft im Leben, und auch auf Langstrecken Marathons, kam es anders als geplant.  
Gestartet in Lienz darf man sich auf die einzigen entspannten Kilometer freuen. Das Starterfeld wird 20km neutralisiert zum ersten 7km Anstieg den Gailbersattel geführt. Hier wollte ich mich in bereits in die vordere Gruppe setzen, was mir sehr gut gelang.
Nach einer rasenden Abfahrt folgte gleich der zweite Brocken, der 12km lange Plöckenpass. Auch hier gelang es mir sehr gut in der zweiten großen Gruppe hinter der Spitze mitzufahren. Mein Körper fühlte sich super an und war gerüstet für die sehr schweren Anstiege über Lanzen- und Nassfeldpass. Der Lanzenpass ist mit vielen langen 16% Abschnitten unvorstellbar steil und kostet unwahrscheinlich viel Kraft. Die Abfahrt ebenso steil und schlecht asphaltiert bietet keine Möglichkeit zur Erholung.  
All diese Strapazen verkraftete ich sehr gut und ging mit der Gruppe in nächsten schweren Anstieg hinauf zum Nassfeldpass. Mein Ziel war unbedingt in der Gruppe zu bleiben, koste es was es wolle. Denn nach dem Anstieg folgte ein 40km Flachstück bei welchen ich mich in der Gruppe super erholen könnte, so der Plan. Denn Aufgrund des sehr kleinen Starterfeldes war ansonsten die Gefahr sehr groß alleine auf diese Passage zu gehen. 

Leider trat dieser Fall ein. Vier Kilometer vor der Passhöhe kam wie aus dem Nichts ein Tief und ich brach ein. Mit letzter Kraft erreichte ich mit zwei Fahrern die ebenfalls ziemlich mitgenommen waren die Passhöhe. Die Situation konnte bescheidener nicht sein. Da arbeitet man 120km und 3500Hm und kann wegen vier Kilometer nicht in das Finale gehen. Und so fuhr ich alleine und völlig demoralisiert das 40km Flachstück und verlor natürlich sehr viel Zeit. Mein Ziel unter 08:30 Std. zu bleiben war somit unerreichbar geworden.
Es war erstaunlich wie viel Vorsprung wir herausgefahren hatten. Bis zu Beginn des letzten Anstiegs kam keine Gruppe von hinten nach. Den letzten Berg versuchte ich mich nochmal zu motivieren und brachte das Ding letzten Endes mit der gleichen Zeit wie im letzten Jahr nach Hause. Mit einer Zeit von 08:50 Std was immerhin Platz 47 Gesamt und 17 in meiner AK bedeutet bin ich natürlich auch super zufrieden. Auch wenn wesentlich mehr drin gewesen wäre. Die Schwere des Marathons spiegelt am Ende des Tages auch die Tatsache, dass von den 500 gestarteten Fahrern "nur" 279 Fahrer das Ziel in Lienz erreicht haben.

Stefan Effenberger

 

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