Prittriching - Berlin  nonstop

Schon länger reizte mich der Gedanke, an einem Tag nach Berlin zu radeln. So war ich auch immer nach der Suche nach Mitfahrern, die solche Distanzen bewältigen können. Es hat schon ein paar Gläser Wein gebraucht, bis ich die Zusagen von 2 Freunden bekommen habe. Das lange Pfingstwochenende erschien uns für die Aktion ideal. Die Nächte sind da schon sehr kurz und wir konnten von Samstag auf Sonntag radeln, Montag dann ohne Zeitstress mit dem Auto zurückfahren. Samstag um 3.00 Uhr sind wir gestartet. Das Wetter war uns auch gewogen, wir hatten für die ersten 100km bis zur Donau Rückenwind und demzufolge noch einen 32er Schnitt.

Unsere Frauen haben das Begleitfahrzeug gesteuert, bei dem wir uns etwa alle 80 km verpflegen konnten. In Franken wurde es zunehmend bergig, dunkel und kalt. Die Abfahrten in der Nacht machen nicht wirklich Spaß, da man es bei 20m Sicht einfach nicht laufen lassen kann. Die ganze Nacht dann ein sehr anstrengendes Höhenprofil und abfallende Temperaturen bis 2° C. Nach 300 km etwa fing es zu dämmern an und bis die Sonne Kraft bekam, wurde es nochmal richtig kalt. Zumindest kommt da keine Müdigkeit auf, wenn man friert. Von Hof bis Plauen blieb das Gelände sehr wellig, danach wurden die Bergabpassagen länger. Dann eine fatale Situation. In Crimmitschau haben wir das Begleitfahrzeug übersehen und sind dann 25 km bis Altenburg weitergeradelt, in der Hoffnung dass uns die Frauen wieder einholen. Ich zumindest hätte mich fast "leergefahren". Nach Leipzig wurden die Nebenstraßen ausgesprochen schlecht. So ein  Asphaltflickwerk gepaart mit Schlaglöchern hab ich noch nirgends gesehen. Die Straßen kilometerlang bolzengerade an einem einzigen Getreidefeld entlang waren auch sehr eintönig. Wahrlich keine Gegend für Rennradfahrer. Für uns war auf den letzten 150 km nochmal mentale Stärke gefragt. Jetzt wurde es langsam zäh. Ganz am Ende mussten wir noch durch Potsdam und andere Berliner Randbezirke durch viele Stadtradwege und Ampeln. Ich hab zu diesem Zeitpunkt aber schon gefreut, dass  wir das Ziel in 24 Stunden nach Berlin zu radeln locker erreichen werden. 629,5 km, 4521 Hm und 23 Std Fahrzeit waren es dann bis Oranienburg, wo uns unsere Frauen und Berliner Freunde erwarteten. Hier gab's dann eine Sektdusche, ein großes Hallo und Glückwünsche, anschließend ein Grillfest.

Mal schauen, wo es beim nächsten Mal hingeht

Christian Ohantel

 

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