wie entsteht eine Bildertour?

Zuerst mach ich mich an die Planung. Ich nutze dazu den Routenplaner von Strava. Der basiert auf open street map und ist sehr zuverlässig. Begrenzt wird man durch Flugplätze, Flüsse, Bahngleise, Autobahnen und Kasernen, die als Hindernisse zu umgehen, oder wenn's gar nicht anders  geht, mit einem Trick zu überplanen sind. Wenn man das Navi vor einem Hindernis ausschaltet, dann zum Beispiel über eine 2 km entfernte Brücke fährt und auf der anderen Seite wieder zu Ausgangspunkt zurück und das Navi wieder einschaltet, dann zeichnet es eine virtuelle Linie zwischen diesen Punkten. 

Das kann man aber noch nicht bei der Planung einfügen, das geht erst vor Ort. Damit fangen die Probleme bei der Ausführung dann an. Das Navigationsgerät zeigt immer nur so einen kleinen Bildausschnitt, das bei schwierigen detaillierten Bildern nicht immer ersichtlich ist, wo im Bild man sich gerade befindet. Zudem ist das Navi mit komplizierten Planungen regelmäßig überfordert und zeigt mir "Abkürzungen" oder "bitte wenden" oder andere irrelevante Dinge die ich ignorieren muss. Schwierig wird's wenn die obskuren Abbiegehinweise meine Route überdecken und nicht mehr klar ist, wo man wirklich hin muss. Dann zieh ich zur Kontrolle immer mein Smartphone raus um zu sehen wo mein Standort gerade ist. Wenn auch ein Neustart der Route nichts mehr hilft, schalt ich die Abbiegehinweise ganz aus und fahr nur noch der Linie nach. Das hat aber den Nachteil, dass man permanent auf das Navi schauen muss, um keine Abzweigung zu verpassen. In der Stadt neben dem Verkehr und den Ampeln nicht ganz einfach. Dazu kommen noch die Überraschungen vor Ort: Ich bin schon über Bauzäune geklettert, durch überschwemmte Unterführungen gefahren,  hab mich durch brachial verunstaltete Holzrückewege im Wald gequält oder im Winter durch tiefe Schneeverwehungen gelaufen. Bilder sind wahrlich keine Selbstläufer und der Schnitt ist immer unterirdisch. Den Kajakfahrer bin ich Sonntag sehr früh in München angegangen, weil da noch kein Verkehr ist. Wenn die Tour zu lange dauert, ist es in der Stadt kein Spaß mehr Zudem muss ich die Kleidung so wählen, dass ich flexibel bin. In der Früh hat's 0°C gehabt, mittags dann 16°C. Die dicke Jacke verbietet sich dann, auch wenn sie am Morgen noch schön wäre. Die Tour hatte ungefähr 120 km, genau kann ich es nicht sagen, da ich für das Paddel, um eine gerade Linie zu erhalten, das Navi ausgeschaltet habe. Aber dann  hört es auch auf zu rechnen. Aber ich muss auch sagen, Bildertouren motivieren mich unheimlich für lange Touren. Und ich hab einen unbändigen Durchhaltewillen, ich würde nie kurz vor dem Ziel aufgeben, egal was kommt.

Sportliche Grüße

Christian

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