Ironman Hamburg mit deutscher Meisterschaft über die Triathlon-Langdistanz

Bereits Tage vor der Anreise nach Hamburg beobachtete ich voller Sorge die Wassertemperatur der Alster in Hamburg. Als das Thermometer am Mittwoch die 27 Grad erreicht hatte, war mir klar, dass ohne Neo geschwommen wird. Das heißt für mich, 1 1/2 Stunden abstrampeln mit Brustschwimmen. Doch es kam ganz anders. Bereits bei der Abholung der Startunterlagen am Freitagvormittag munkelte man, dass das Schwimmen ausfallen muss, da die Alster eine zu hohe Konzentration an Blaualgen aufweist. Bis zur Rennbesprechung um 17:00 Uhr war es dann sicher: von der Stadt Hamburg wurde aus gesundheitlichen Gründen ein Badeverbot für alle Gewässer in Hamburg erlassen. So wurde aus dem Triathlon ein Duathlon. Auf der einen Seite war ich froh, nicht schwimmen zu müssen, auf der anderen Seite ärgerte ich mich, da es so

einfach kein richtiger Ironman mehr war. So erging es vielen anderen auch. Am Sonntag war es dann soweit. Ab 07:00 Uhr erfolgte der Start zum Rennen. Um das Feld für die Radstrecke auseinander zu ziehen (Windschattenverbot) wurden alle 5 Sekunden 3 Teilnehmer auf die Strecke geschickt. Für mich gings kurz vor acht los. Die ersten 6 km lief ich schön locker in 32 Minuten, bevor ich aufs Rad wechselte. Die Radstrecke führte erst ein kurzes Stück durch Hamburg und dabei auch über eine kurze, aber heftige, Kopfsteinpflasterpassage, bei der mir gleich meine Lenkerflasche mit dem Gel/Wassermix davonflog. Gott sei dank gab es entlang der Strecke, die im weiteren Verlauf hauptsächlich am Elbedamm entlang führte, genügend Verpflegungsstationen, an denen man sich gut mit allem Notwendigen versorgen konnte. So schaffte ich die 180 km in 5:20 Stunden. Nun galt es noch einen Marathon zu bewältigen. Das Thermometer war inzwischen auf gut 30 Grad geklettert. Die ersten beiden Runden lief es noch nach Plan, doch in der 3. Runde brach ich doch ein und benötigte einige Gehpausen zur Erholung. In der 4. und letzten Runde lief es dann wieder etwas besser und ich kam mit einer sehr mäßigen Marathonzeit von 4:45 Stunden ziemlich geschafft ins Ziel. Doch zu meiner großen Überraschung reichte die Gesamtzeit von 10:49 Stunden locker für Platz 1 von 12 Teilnehmern im Ziel in der Gruppe M 65-69. das bedeutete gleichzeitig "Deutscher Meister" in dieser Altersklasse.

Wolfgang Geiger

 

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