XTerra Italy

Der härteste Triathlon, an dem ich je teilgenommen habe ...

Mich hat wieder mal ein Crosstriathlon gereizt, so hab ich mir den XTerra in Toscolano am Gardasee ausgesucht, weil der noch relativ nah ist. Vor dem Schwimmstart wurden wir in 3 Startgruppen eingeteilt. Die Profis starteten als erste mit roten Badekappen, 3 Min später die jüngeren Altersklassen in grünen Badekappen und nochmal 3 Min später die alten Säcke, wie ich, in weißen Badekappen. Macht auch Sinn, damit soll verhindert werden, dass langsame Senioren vor den Jüngeren die Trails blockieren. Der Gardasee hat momentan keine 16 ° C und das geht nur mit Neopren. 

Gute Schwimmer sind die Crosstriathleten anscheinend nicht,  zumindest bin ich schon auf der ersten 750m Runde in die grüne Gruppe aufgeschwommen. In der 2.Runde bin ich dann pausenlos links und rechts  an den "Grünen" vorbei. Aber das hab ich später büßen müssen. Der Anfang der Radstrecke ging noch ganz nett durch die eckigen kleinen Gassen von Toscolano, aber als es aus dem Ort rausging, wurde es rapide steiler. Der Asphalt war gleich zu Ende, nach einer kurzen betonierten Passage wurde es schottrig und danach ein Trail, aber nie mehr unter 20%.  Ich bin ja kein ausgesprochener MTB Freak und hatte Mühe mein Vorderrad am Boden zu halten.

Nach einem Fahrfehler in einem steilen Abschnitt musste ich vom Rad und hörte gleich ein übles Geschimpfe von hinten. Ich musste mich auf die Seite drängen und gleich circa 10 Leute durchlassen, bis ich wieder auf dem Trail konnte um mein Rad zu einer flacheren Stelle zu schieben, weil vor Ort das Aufsteigen nicht möglich war. In einer steilen grobschottrigen Bergabpassage dann dieselbe Situation nochmal. Irgendwie war ich gleich froh, als die Drängler endlich an mir vorbei waren, die Runde war ja zweimal zu durchfahren.  1175 extrem steile HM insgesamt. Ungewöhnlich war, dass in abgelegenen Orten einfach einheimische Rentner rekrutiert wurden um uns den Weg zu weisen.

Beim Laufen wieder die gleiche Situation. 2 km durch nette Gassen im Ort, dann links ab, gleich so steil, dass es eher Bergsteigen als Laufen war. Irgenwann war eine Straße zu queren, die an der Böschungsseite durch eine 1.20m hohe Betonwand gesichert war. Unmittelbar hinter der Wand ging der Trail weiter. Ich hatte noch so lockere Beine, dass ich mich aufstützen und raufspringen konnte, aber die 2 Italiener hinter mir haben sich mit " Räuberleiter " beholfen. Landschaftlich war der Triathlon wie erwartet ein Traum. Anspruchsvolle Trails, Brücken, Flussläufe, Wasserfälle, Ruinen, alles was man sich vorstellen kann, aber immer steil bergauf oder bergab. 

4:11:12 hab ich am Ende gebraucht, 5ter in der AK, 254ter ges., aber mehr war nicht drin. Ich bin einfach zu wenig mit dem MTB unterwegs um ein guter Techniker zu sein. Ich war zufrieden, dass ich es sturz - und pannenfrei geschafft habe. 

Nächstes Jahr such ich mir wieder was mit weniger hm aus.

Christian Ohantel

 

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