Challenge Roth 2019

Der Tag beginn um 4:30 Uhr, Frühstücken, anziehen und los ging es zum Schwimmstart. In der Wechselzone 1 angekommen fing es an zu regnen. Hier kamen mir schon die ersten Gedanken, warum immer ich? Doch die Sorge um die nasse Radstrecke wurde immer geringer, wurde doch die Aufregung immer größer. Gegen 6:35 Uhr durften wir zum einschwimmen in den Kanal steigen. Das Wasser war doch recht warm, mit Neoprenanzug fast zu warm. Um 6:45Uhr der Startschuss, die 3,8km konnte ich für meine Verhältnisse doch recht zügig hinter mir lassen, auch wenn es bestimmt noch etwas schneller gegangen wäre. 

Der Wechsel auf das Rad ging schnell und meine Beine fühlten sich gut an. Der Regen hatte zwischenzeitlich nachgelassen und ich freute mich richtig auf die Radstrecke und die super Stimmung. Die ersten Stimmungsnester und Anstiege waren ja schon richtig klasse, als ich aber an den Solarerberg kam, wurden alle meine Erwartungen übertroffen. Die Zuschauer peitschen mich den Berg hoch, die Wattwerte des Leistungsmesser sind hier deutlich über meine festgelegte Grenze gegangen. 

Da ich die Strecke schon kannte und wusste wo ich mich zurück halten und auf mich selbst hören musste, gab es hier auch keinen spürbaren Leistungseinbruch. Die 180km konnte ich zwar nicht mit meiner angestrebten Zeit von 4:30h bewältigen und war so etwas enttäuscht, ist doch das Radfahren meine stärkste Disziplin. Dennoch kann  ich mit einer Radzeit von 4:45h zufrieden sein. Angekommen in der Wechselzone 2 bei bestem Laufwetter ging es kurze Zeit später mit gutem Gefühl auf die Laufstrecke.
Das Laufen war am Anfang doch noch etwas schnell, doch ich konnte nicht langsamer laufen. Die Beine waren wohl noch Radfahren :-)
Gut das nach 1,7km eine Verpflegung war bei der ich mich kurz Dehnen und ordentlich verpflegen konnte. So konnte ich die ersten Kilometer des Marathons in einem ordentlichen Tempo laufen. Als ich dann nach ca. 13km gegen den Wind laufen musste, merkte ich doch das es langsamer wird und ich mich besser verpflegen muss. Die nächsten Kilometer wurden zäh. Bei km 24 reichte mir meine Frau wieder eine Flasche gefüllt mit Gels, danach ging es auch wieder mit dem Tempo bergauf. Die nächsten 9km liefen vom Kopf doch recht ordentlich und auch die Beine zeigten noch keine großen Anzeichen von Schwäche. Da ich weiß, dass der Marathon bei Kilometer 35 erst richtig beginnt und diese letzen Kilometer am schwersten werden, erwartetet ich das schlimmste und so wurde es auch. Ab jetzt wollte ich nur noch ins Ziel, egal wie. Nach gefühlt endlosen 6km wartete meine Frau wieder mit den ersehnten Gels. „Wir sehen uns im Ziel“ sagte sie mir, als ich weiter lief. Mit Hilfe der Zuschauer wurden die letzten 2km durch Roth nicht zu einem Wandertag. Erschöpft aber zufrieden lief ich nach 9:20h durch das Ziel.

Daniel Hilbert

 

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